Liquiditätsplanung: Wie viele Wochen reicht Ihr Geld?
Ein Unternehmen kann Gewinn machen und trotzdem zahlungsunfähig werden. Entscheidend ist nicht der Gewinn am Jahresende, sondern ob in jeder einzelnen Woche genug Geld auf dem Konto ist. Eine einfache Vorschau über 13 Wochen – also ein Quartal – zeigt Engpässe, solange noch Zeit zum Gegensteuern bleibt.
So funktioniert eine 13-Wochen-Vorschau
- Startpunkt: der heutige Kontostand aller Geschäftskonten zusammen.
- Regelmäßige Zahlungen: Einnahmen und Ausgaben pro Monat, gleichmäßig auf die Wochen verteilt.
- Größere Einzelzahlungen: Steuervorauszahlungen, Versicherungen, Weihnachtsgeld, große Rechnungen – in der Woche, in der sie fällig werden.
- Mindestreserve: der Betrag, unter den der Kontostand nicht fallen soll. Wochen darunter sind Ihre Frühwarnung.
Kontostand nächste Woche = Kontostand diese Woche + Einnahmen − Ausgaben ± Einzelzahlungen
Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten
- Der Kontostand sinkt Woche für Woche, obwohl die Auftragslage gut ist.
- Kunden zahlen spürbar später als vereinbart.
- Steuer- oder Sozialversicherungszahlungen werden zur Belastung.
- Rechnungen werden nur noch nach Dringlichkeit bezahlt.
Was hilft, wenn es eng wird
- Schneller an Geld kommen: Rechnungen sofort stellen, Abschlagszahlungen vereinbaren, Zahlungsziele verkürzen, säumige Kunden früh erinnern.
- Ausgaben verschieben: Investitionen zeitlich strecken, mit Lieferanten Ratenzahlungen vereinbaren.
- Früh mit der Bank sprechen: Wer mit einer Vorschau kommt, verhandelt aus einer besseren Position als jemand, der schon im Minus ist.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich die Vorschau aktualisieren?
Mindestens monatlich, in angespannten Phasen wöchentlich. Wichtig ist, bekannte Großzahlungen sofort einzutragen, sobald Sie davon wissen.
Wie hoch sollte die Mindestreserve sein?
Eine gängige Faustregel sind die Ausgaben von ein bis drei Monaten. Je schwankender Ihre Einnahmen, desto höher sollte die Reserve sein.
Was ist der Unterschied zwischen Gewinn und Liquidität?
Der Gewinn zeigt, ob sich Ihr Geschäft über einen Zeitraum rechnet. Die Liquidität zeigt, ob Sie heute und in den nächsten Wochen Ihre Rechnungen bezahlen können. Eine große Investition oder ein später zahlender Kunde verändert die Liquidität sofort, den Gewinn aber kaum.
Wie rechnet der Stresstest „Kunden zahlen später“?
Alle regelmäßigen Zahlungseingänge verschieben sich um die gewählte Zahl an Wochen. In den ersten Wochen kommt deshalb nichts herein, danach laufen die Einnahmen normal weiter. Das ist bewusst vorsichtig gerechnet. Rechnungen, deren Zahlung Ihnen fest zugesagt ist, tragen Sie als Einzelzahlung mit Plus ein.
Ersetzt der Schnellcheck eine richtige Liquiditätsplanung?
Nein. Er rechnet mit gleichmäßig verteilten Monatswerten und ist eine erste Orientierung. Eine belastbare Planung mit Ihren echten Zahlen erstellen wir gern gemeinsam – Frage stellen.
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